Maschinenlesbare Bildungsnachweise in der Berufsbildung
ildungsnachweise werden heute häufig noch als Papierdokument oder PDF ausgestellt. Für digitale Verwaltungs-, Bildungs- und Bewerbungsprozesse reicht ein rein visuelles Dokument jedoch oft nicht aus: Die enthaltenen Daten müssen auch strukturiert auslesbar und weiterverarbeitbar sein.
Berufsbildung schafft dafür eine einheitliche Grundlage. Berufliche Nachweise können zusätzlich in einem standardisierten, maschinenlesbaren Format bereitgestellt werden — zum Beispiel Prüfungszeugnisse, Fortbildungszeugnisse oder Anerkennungsbescheide.
Was sind maschinenlesbare Bildungsnachweise?
Maschinenlesbare Bildungsnachweise enthalten die wesentlichen Angaben eines Nachweises in strukturierter Form. Dadurch können IT-Systeme die Daten lesen, prüfen und weiterverarbeiten, ohne dass Inhalte manuell aus einem PDF oder Papierdokument übertragen werden müssen. Ein Nachweis kann weiterhin als visuell lesbares Dokument vorliegen. Ergänzend können die relevanten Daten strukturiert bereitgestellt werden, damit sie von anderen Systemen ausgelesen und weiterverarbeitet werden können.
Die Standardisierung und Harmonisierung spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Auf der Grundlage der XÖV-Methodik wurden bereits etablierte technische Standards implementiert, die den Austausch von Bildungsnachweisen in Form einer maschinenlesbaren Datei ermöglichen. Hierbei wird das maschinenlesbare Format Extensible Markup Language (XML) für strukturierte Zeugnisdaten verwendet.

Warum ist das relevant?
Maschinenlesbare Nachweise unterstützen medienbrucharme digitale Prozesse und erleichtern den Austausch zwischen unterschiedlichen Stellen und Fachverfahren.
Weniger manuelle Erfassung
Daten aus Nachweisen müssen nicht erneut abgetippt werden. Das spart Aufwand und reduziert Übertragungsfehler.
Bessere Weiterverarbeitung
Strukturierte Daten können in Fachverfahren übernommen, geprüft und für nachgelagerte Prozesse genutzt werden.
Mehr Anschlussfähigkeit
Ein gemeinsames Datenformat erleichtert den Austausch zwischen Kammern, Behörden, Bildungseinrichtungen und weiteren Stellen.
Die Rolle von XBerufsbildung
Das neue Teilmodul XBerufsbildung wird auf Basis erprobter technischer Standards realisiert, mit dem Ziel, eine einheitliche, herstellerneutrale, technologie- und produktoffene sowie freie Spezifikation zu entwickeln. Das Modul soll eine maschinenlesbare und standardisierte Datenübertragung bzw. den Austausch von Zeugnissen zwischen den Akteuren im Bereich der Berufsbildung ermöglichen. Die Zeugnisse, die nach dem XBerufsbildung-Standard erstellt werden, sollten potenziell in die geplanten Bildungsregister (z. B. Bildungseinrichtungsregister, Bildungsnachweisregister) im Rahmen der Registermodernisierung (RegMoG) integriert werden.
XBerufsbildung umfasst bereits mehrere XBBD-Dokumente für Nachweise im Bereich der Berufsbildung, darunter Prüfungszeugnis, Fortbildungszeugnis, AEVO-Zeugnis, Eintragungsbestätigung, Berufsschulnote und Anerkennungsbescheid. Mit der Spezifikationsversion 0.7 wurde insbesondere das XBBD-Dokument „Anerkennungsbescheid“ ergänzt. Im Rahmen einer Pilotierung kann geprüft werden, wie diese Dokumente in bestehenden Prozessen und Fachverfahren ausgestellt, eingelesen oder fachlich abgeglichen werden können.
Interesse an einer Pilotierung? Dann senden Sie einfach eine E-Mail an beteiligung@xberufsbildung@init.de. Wir stehen Ihnen gerne unterstützend zur Seite!